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Sonographie nach GOÄ abrechnen: Ultraschall-Ziffern 410, 420 & Duplex

Ultraschall nach GOÄ richtig abrechnen: alle Sonographie-Ziffern (410, 420, Duplex 401, Echokardiographie 424) mit Steigerungssätzen und Beispielrechnung.

Die Sonographie ist eine der am häufigsten erbrachten diagnostischen Leistungen in der internistischen, gynäkologischen, urologischen und pädiatrischen Praxis. Ultraschall ist schnell, strahlungsfrei und breit einsetzbar, doch die Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) hat ihre Tücken: Die zentrale Mechanik aus Erstorgan (410) und Folgeorganen (420), die Zuschläge für Duplex- und Farbdopplerverfahren sowie die Einschlussregeln bei der Echokardiographie führen regelmäßig zu Fehlern. Dieser Beitrag zeigt alle relevanten Ziffern, die richtigen Steigerungssätze und eine vollständige Beispielrechnung.

Wichtig: Anders als beim EKG ist die Sonographie keine technische Leistung. Ultraschall steht im Abschnitt C der GOÄ (Nichtgebietsbezogene Sonderleistungen) und zählt damit zu den persönlichen ärztlichen Leistungen. Der Regelhöchstsatz beträgt also 2,3-fach, der Höchstsatz 3,5-fach, nicht 1,8- bzw. 2,5-fach. Alle Beträge basieren auf dem Punktwert von 5,82873 Cent (Stand 2026).

Überblick — die wichtigsten Sonographie-Ziffern

Die folgende Tabelle zeigt die zentralen GOÄ-Ziffern rund um den Ultraschall als Schnellreferenz:

LeistungGOÄ-ZifferPunktzahl1-fach2,3-fach3,5-fach
Untersuchung eines Organs41020011,66 €26,81 €40,80 €
Jedes weitere Organ (max. 3)420804,66 €10,72 €16,32 €
Schilddrüse41721012,24 €28,15 €42,84 €
Brustdrüse (ggf. mit Lymphknoten)41821012,24 €28,15 €42,84 €
Hüftgelenke (Säugling/Kleinkind)41328016,32 €37,54 €57,12 €
Schädel (Säugling/Kleinkind)41228016,32 €37,54 €57,12 €
Mutterschaftsvorsorge41530017,49 €40,22 €61,20 €
Duplex-Zuschlag (zu 410–418) *40140023,31 €
Echokardiographie (B-Mode)42350029,14 €67,03 €102,00 €
Doppler-Echokardiographie (Duplex)42470040,80 €93,84 €142,80 €

* Der Duplex-Zuschlag 401 (ebenso 404 bis 406) ist laut Allgemeinen Bestimmungen nur mit dem einfachen Gebührensatz berechnungsfähig, eine Steigerung über 1,0-fach ist ausgeschlossen. Details dazu weiter unten.

GOÄ 410 und 420 — das Grundprinzip der Organsonographie

Der Kern der Ultraschallabrechnung ist das Zusammenspiel von Ziffer 410 und Ziffer 420. Die Ziffer 410 deckt die Untersuchung eines Organs ab, die Ziffer 420 jedes weitere Organ im Anschluss.

ZifferLeistungPunktzahl1-fach2,3-fach3,5-fach
410Untersuchung eines Organs20011,66 €26,81 €40,80 €
420Jedes weitere Organ, je Organ804,66 €10,72 €16,32 €

So funktioniert die Kombination: Für das erste untersuchte Organ setzen Sie die Ziffer 410 an. Für jedes weitere Organ folgt die Ziffer 420 — je Organ und maximal dreimal. Eine vollständige Abdomensonographie wird also aus 410 plus bis zu 3 × 420 gebildet.

Was zählt als eigenständiges Organ? Die Allgemeinen Bestimmungen definieren das weit: Als Organ im Sinne der Nummern 410 und 420 gelten neben den anatomisch definierten Organen (z. B. Leber, Gallenblase, Pankreas, Milz, Niere, Harnblase) auch der Darm, Gelenke als Funktionseinheiten sowie Muskelgruppen, Lymphknoten und/oder Gefäße einer Körperregion. Als Organ gilt dabei die jeweils untersuchte Körperregion. Die Darstellung des Darms zählt als eine Organuntersuchung, unabhängig davon, wie viele Darmabschnitte untersucht werden.

Praxis-Tipp: Die Ziffer 420 ist auf drei weitere Organe begrenzt. Wer bei einer Oberbauchsonographie fünf Organe schallt, rechnet trotzdem nur 410 + 3 × 420 ab. Das vierte Folgeorgan lässt sich nicht zusätzlich ansetzen.

Voraussetzung Bilddokumentation: Die sonographischen Leistungen sind nur mit Bilddokumentation berechnungsfähig. Speichern Sie zu jeder untersuchten Region einen Befund und ein repräsentatives Bild in der Akte — bei Rückfragen der privaten Krankenversicherung ist das der entscheidende Nachweis.

Zuschläge für Duplex, Farbkodierung und besondere Zugänge

Über die reine B-Bild-Sonographie hinaus kennt die GOÄ mehrere Zuschlagsziffern. Sie sind nicht allein abrechenbar, sondern nur zusätzlich zur jeweiligen Grundleistung. Wichtig ist der zulässige Faktor: Die Zuschläge 401 sowie 404 bis 406 sind laut Allgemeinen Bestimmungen nur mit dem einfachen Gebührensatz (1,0-fach) berechnungsfähig. Die Zuschläge 402 und 403 folgen dagegen dem regulären Rahmen bis 2,3-fach.

ZifferZuschlag fürzu ZifferFaktorGebühr
401Duplex-Verfahren (ggf. mit Farbkodierung)410–418nur 1,023,31 €
402transösophageale Untersuchung (z. B. TEE)Sono-Leistung2,333,52 €
403transkavitäre Untersuchung (z. B. transvaginal/-rektal)Sono-Leistung2,320,11 €
405zusätzliche Untersuchung mit cw-Doppler415 oder 424nur 1,011,66 €
406zusätzliche Farbkodierung424nur 1,011,66 €

Häufiger Fehler: Der Duplex-Zuschlag nach 401 wird bei einer Gefäß- oder Organuntersuchung mit Duplexverfahren schlicht vergessen. Er ist zwar nur mit dem einfachen Gebührensatz (23,31 €) berechnungsfähig, sollte aber immer dann angesetzt werden, wenn tatsächlich ein Duplexverfahren zum Einsatz kam. Der umgekehrte Fehler ist ebenso häufig: 401, 405 oder 406 werden fälschlich mit 2,3-fach gesteigert, obwohl für diese Zuschläge nur der einfache Satz zulässig ist.

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Organspezifische Sonographie-Ziffern

Für bestimmte Organe und Situationen gibt es eigene Ziffern, die anstelle der Kombination 410/420 angesetzt werden:

  • GOÄ 417 — Schilddrüse: Die Sonographie der Schilddrüse ist eine sehr häufige Leistung in der internistischen und endokrinologischen Praxis (28,15 € beim 2,3-fachen Satz).
  • GOÄ 418 — Brustdrüse: Ultraschall einer Brustdrüse, gegebenenfalls einschließlich der regionalen Lymphknoten. Wird häufig ergänzend zur Mammographie eingesetzt.
  • GOÄ 415 — Mutterschaftsvorsorge: Ultraschall im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge, gegebenenfalls einschließlich Biometrie und Beurteilung der Organentwicklung. Zentrale Ziffer in der gynäkologischen Betreuung von Privatpatientinnen.
  • GOÄ 413 — Säuglingshüfte: Sonographie der Hüftgelenke bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum vollendeten 2. Lebensjahr. Grundlage der pädiatrischen und orthopädischen Hüftvorsorge.
  • GOÄ 412 — Säuglingsschädel: Sonographie des Schädels bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum vollendeten 2. Lebensjahr (Fontanellensonographie).

Wichtig: Für Schilddrüse (417), Brustdrüse (418) oder Säuglingshüfte (413) rechnen Sie die spezifische Ziffer ab, nicht 410. Die Ziffer 420 für weitere Organe ist im Anschluss an 410 bis 418 möglich, wenn im selben Untersuchungsgang zusätzliche Organe geschallt werden.

Echokardiographie — GOÄ 422, 423 und 424

Die Herzsonographie ist gesondert geregelt und folgt einem Einschlussprinzip: Die höherwertige Ziffer schließt die niedrigere jeweils ein.

ZifferLeistungPunktzahl2,3-fach3,5-fach
422Eindimensionale Echokardiographie (M-Mode)20026,81 €40,80 €
423Zweidimensionale Echokardiographie (B-Mode), einschließlich 42250067,03 €102,00 €
424Doppler-Echokardiographie (Duplex), einschließlich 42370093,84 €142,80 €

Häufiger Fehler: Die Ziffern 422, 423 und 424 werden nebeneinander abgerechnet. Das ist nicht zulässig: Die 423 schließt die 422 bereits ein, die 424 wiederum die 423. Bei einer vollständigen Doppler-Echokardiographie rechnen Sie daher nur die 424 ab — nicht zusätzlich 422 oder 423.

Ergänzend zur 424 sind der cw-Doppler-Zuschlag (405) und der Farbkodierungs-Zuschlag (406) möglich, sofern die Verfahren tatsächlich angewendet wurden.

Steigerungssätze bei der Sonographie

Der häufigste Abrechnungsirrtum bei Ultraschall betrifft den Steigerungssatz. Weil viele bildgebende Verfahren technische Leistungen sind, wird die Sonographie fälschlich mit 1,8-fach abgerechnet. Sie ist jedoch eine persönliche ärztliche Leistung:

StufeSonographie (persönliche Leistung)Technische Leistung (z. B. EKG, zum Vergleich)
Einfacher Satz1,0-fach1,0-fach
Regelhöchstsatz2,3-fach1,8-fach
Höchstsatz3,5-fach2,5-fach
Begründung ab> 2,3-fach> 1,8-fach

Wann darf über 2,3-fach gesteigert werden? Eine Steigerung bis zum 3,5-fachen Satz erfordert eine individuelle, auf den Einzelfall bezogene Begründung auf der Rechnung. Typische Beispiele:

  • Erschwerte Schallbedingungen (z. B. ausgeprägte Adipositas, Meteorismus, Narbengewebe)
  • Überdurchschnittlicher Zeitaufwand durch komplexe Befundkonstellation
  • Unruhiger oder nicht kooperationsfähiger Patient (z. B. Kleinkind)

Details zu zulässigen Begründungen und Formulierungen finden Sie im Beitrag GOÄ Steigerungsfaktor begründen.

Häufige Abrechnungsfehler bei der Sonographie

  1. Falscher Steigerungssatz. Sonographie mit 1,8-fach statt 2,3-fach abgerechnet. Da Ultraschall eine persönliche ärztliche Leistung ist, gilt der Regelhöchstsatz 2,3-fach. Der zu niedrige Ansatz verschenkt Honorar.
  2. Ziffer 420 zu oft angesetzt. Mehr als drei Folgeorgane über die 420 abgerechnet. Die Ziffer ist auf maximal drei weitere Organe begrenzt.
  3. Echokardiographie doppelt abgerechnet. 422, 423 und 424 nebeneinander angesetzt, obwohl die höhere Ziffer die niedrigere jeweils einschließt.
  4. Duplex-Zuschlag vergessen. Der Zuschlag nach 401 wird trotz durchgeführten Duplexverfahrens nicht angesetzt.
  5. Fehlende Bilddokumentation. Ohne dokumentiertes Bild und Befund ist die sonographische Leistung nicht berechnungsfähig — ein häufiger Kürzungsgrund bei privaten Krankenversicherungen.

Beispielrechnung — Abdomensonographie beim Internisten

Ein typischer Fall: vollständige Oberbauchsonographie mit Untersuchung von Leber, Gallenblase, Pankreas und Milz.

ZifferLeistungFaktorBetrag
410Sonographie Leber2,326,81 €
420Sonographie Gallenblase (weiteres Organ)2,310,72 €
420Sonographie Pankreas (weiteres Organ)2,310,72 €
420Sonographie Milz (weiteres Organ)2,310,72 €
Gesamtbetrag Sonographie58,97 €

Eine im selben Termin erbrachte Beratung (Ziffer 1 oder 3) und Untersuchung sind daneben eigenständig abrechenbar und erhöhen den Gesamtbetrag entsprechend. Käme ein Duplexverfahren zum Einsatz, ergänzt der Zuschlag nach 401 die Rechnung um weitere 23,31 € (nur einfacher Gebührensatz).

FAQ — Häufige Fragen zur Sonographie-Abrechnung nach GOÄ

Welche GOÄ-Ziffer gilt für eine Ultraschalluntersuchung?

Für die Untersuchung eines Organs gilt GOÄ 410. Für jedes weitere Organ im selben Untersuchungsgang kommt GOÄ 420 hinzu, je Organ und maximal dreimal. Für bestimmte Organe gibt es eigene Ziffern, etwa 417 (Schilddrüse), 418 (Brustdrüse) oder 415 (Mutterschaftsvorsorge).

Ist die Sonographie eine technische Leistung in der GOÄ?

Nein. Die Sonographie steht im Abschnitt C der GOÄ und ist eine persönliche ärztliche Leistung. Der Regelhöchstsatz beträgt daher 2,3-fach, der Höchstsatz 3,5-fach — anders als beim EKG, das als technische Leistung nur bis 1,8- bzw. 2,5-fach gesteigert wird.

Wie oft kann ich die Ziffer 420 abrechnen?

Die Ziffer 420 ist auf drei weitere Organe begrenzt. Eine vollständige Organsonographie besteht damit aus höchstens 410 plus 3 × 420, unabhängig davon, wie viele Organe tatsächlich geschallt wurden.

Darf ich 422, 423 und 424 zusammen abrechnen?

Nein. Die 423 schließt die 422 ein, die 424 schließt die 423 ein. Bei einer vollständigen Doppler-Echokardiographie rechnen Sie daher nur die 424 ab.

Was kostet eine Sonographie beim Privatarzt?

Eine Schilddrüsensonographie (417) kostet beim 2,3-fachen Satz 28,15 €. Eine vollständige Abdomensonographie (410 + 3 × 420) liegt bei 58,97 €. Eine Doppler-Echokardiographie (424) kommt auf 93,84 €. Zusammen mit Beratung und Untersuchung ergibt sich je nach Umfang ein typischer Gesamtbetrag zwischen 40 € und 150 €.

Über den Autor

Redaktion GOÄ-Direkt

Fachredaktion für privatärztliche Abrechnung bei GOÄ-Direkt. Wir unterstützen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte mit praxisnahem Wissen rund um die GOÄ.