PAD-Export & PAD-NEXT: Rechnungsdaten exportieren
PAD- und PADneXt-Format verstehen: So exportieren Sie Abrechnungsdaten aus Ihrer Praxissoftware.
Wer privatärztliche Leistungen abrechnet, kennt das Problem: Die Behandlungsdaten stecken in der Praxissoftware, doch für die Rechnungsstellung müssen sie an einen Abrechnungsdienstleister oder eine externe Software übertragen werden. Genau hier kommt das PAD-Format ins Spiel. In diesem Beitrag erklären wir, was eine PAD-Datei ist, wie sich PAD und PADneXt unterscheiden und wie Sie den Export aus Ihrer Praxissoftware reibungslos durchführen.
Was ist das PAD-Format?
PAD steht für Praxis-Abrechnungs-Daten und bezeichnet ein standardisiertes Dateiformat für den Austausch von Abrechnungsinformationen zwischen Praxisverwaltungssystemen (PVS) und privatärztlichen Verrechnungsstellen. Das Format wurde entwickelt, damit Arztpraxen ihre Behandlungs- und Rechnungsdaten digital und strukturiert an externe Abrechnungspartner übermitteln können — ohne manuelle Neueingabe.
Fast jede gängige Praxissoftware in Deutschland unterstützt den PAD-Export. Das Format hat sich über Jahrzehnte als Branchenstandard etabliert und wird sowohl von klassischen Verrechnungsstellen als auch von modernen PAD-Abrechnungslösungen wie GOÄ-Direkt unterstützt.
PAD vs. PADneXt: Was ist der Unterschied?
Im Laufe der Zeit wurde das ursprüngliche PAD-Format weiterentwickelt, um den gestiegenen Anforderungen an den Datenaustausch gerecht zu werden. Das Ergebnis ist PADneXt (auch PAD-NEXT oder PAD next geschrieben).
Klassisches PAD
- Zeichenbasiertes, festes Feldformat
- Enthält grundlegende Abrechnungsdaten: Patientenstammdaten, GOÄ-Ziffern, Diagnosen, Steigerungsfaktoren
- Weit verbreitet und von praktisch jeder Praxissoftware unterstützt
- Begrenzte Erweiterungsmöglichkeiten
PADneXt
- Moderneres, XML-basiertes Format
- Erweiterte Datenfelder: strukturierte Begründungstexte, detailliertere Diagnosecodierung, zusätzliche Rechnungsattribute
- Bessere Validierungsmöglichkeiten bereits beim Export
- Zunehmend von neueren Praxissoftware-Versionen unterstützt
In der Praxis ist die Unterscheidung meist unkompliziert: Ihre Praxissoftware bietet Ihnen beim Export die verfügbaren Formate an. Wenn PADneXt zur Verfügung steht, sollten Sie dieses bevorzugen, da es mehr Informationen überträgt und die Fehlerquote bei der Weiterverarbeitung reduziert. GOÄ-Direkt unterstützt beide Formate.
So exportieren Sie eine PAD-Datei aus Ihrer Praxissoftware
Der PAD-Export funktioniert in den meisten Praxisverwaltungssystemen nach einem ähnlichen Prinzip. Die folgenden Schritte geben Ihnen eine allgemeine Orientierung:
- Abrechnungsbereich öffnen: Navigieren Sie in Ihrer Praxissoftware zum Bereich "Abrechnung", "Privatrechnung" oder "Datenexport".
- Exportformat wählen: Wählen Sie als Exportformat "PAD" oder "PADneXt". Einige Systeme bezeichnen dies auch als "PVS-Export" oder "Abrechnungsdaten exportieren".
- Zeitraum und Patienten festlegen: Bestimmen Sie den Abrechnungszeitraum und wählen Sie die Patienten aus, deren Daten exportiert werden sollen. Sie können meist zwischen Einzelpatienten und Sammelexporten wählen.
- Export-Einstellungen prüfen: Kontrollieren Sie, ob alle relevanten Daten enthalten sind — insbesondere Diagnosen, Steigerungsfaktor-Begründungen und Sachkosten.
- Datei speichern: Exportieren Sie die PAD-Datei an einen Speicherort auf Ihrem Rechner. Die Datei hat typischerweise die Endung .pad oder .xml (bei PADneXt).
Hinweise zu gängigen Praxissoftware-Systemen
Die genaue Menüführung variiert je nach Anbieter. Hier einige Orientierungshilfen:
- CGM MEDISTAR / CGM M1: Unter "Abrechnung" → "Privat" → "Export" finden Sie die PADneXt-Option.
- medatixx: Im Bereich "Abrechnung" → "Datenträger" steht der PAD-Export zur Verfügung.
- Turbomed: Über "Abrechnung" → "Privatrechnung" → "PAD-Export" oder "Datenexport".
- T2med: Der Export ist unter "Verwaltung" → "Abrechnungsdaten" → "PAD exportieren" erreichbar.
- Andere Systeme: Suchen Sie in der Hilfefunktion nach "PAD", "PADneXt" oder "Abrechnungsdaten exportieren". Nahezu alle Systeme bieten diese Funktion.
Falls Sie unsicher sind, hilft Ihnen der Support Ihres Praxissoftware-Anbieters oder das Team von GOÄ-Direkt gerne weiter.
Was enthält eine PAD-Datei?
Eine exportierte PAD-Datei enthält alle Informationen, die für die Erstellung einer GOÄ-konformen Privatrechnung benötigt werden:
- Patientenstammdaten: Name, Geburtsdatum, Anschrift, Versicherungsstatus
- Behandlungsdaten: Behandlungsdatum, behandelnder Arzt
- Diagnosen: ICD-10-Codes und Freitextdiagnosen
- GOÄ-Ziffern: Alle abgerechneten Leistungen mit Ziffernbezeichnung
- Steigerungsfaktoren: Der gewählte Faktor je Ziffer
- Begründungstexte: Bei Überschreitung des Schwellenwertes
- Sachkosten: Materialien und Medikamente nach § 10 GOÄ
Je vollständiger die Daten in Ihrer Praxissoftware gepflegt sind, desto besser funktioniert die automatische Weiterverarbeitung — und desto weniger manuelle Nacharbeit ist erforderlich.
PAD-Import in GOÄ-Direkt
GOÄ-Direkt unterstützt den PAD-Import aus allen gängigen Praxissoftware-Systemen. Der Ablauf ist denkbar einfach:
- PAD-Datei hochladen: Laden Sie die exportierte PAD- oder PADneXt-Datei in GOÄ-Direkt hoch.
- Automatische Validierung: GOÄ-Direkt prüft die importierten Daten automatisch auf Vollständigkeit und Plausibilität. Fehlende Pflichtangaben oder potenzielle Abrechnungsfehler werden sofort markiert.
- Rechnung generieren: Aus den validierten Daten erstellt GOÄ-Direkt die fertige GOÄ-Rechnung — inklusive aller Pflichtangaben nach § 12 GOÄ.
- Versand: Die Rechnung kann direkt per E-Mail oder Post an den Patienten versendet werden.
Der gesamte Prozess von der PAD-Abrechnung bis zur fertigen Rechnung dauert nur wenige Minuten und spart erheblich Zeit gegenüber der manuellen Rechnungserstellung.
Häufige Probleme beim PAD-Export und ihre Lösung
In der Praxis treten beim PAD-Export gelegentlich Probleme auf. Die häufigsten Ursachen und Lösungen:
- Fehlende Pflichtfelder: Wenn Diagnosen oder Patientendaten in der Praxissoftware nicht vollständig gepflegt sind, enthält die PAD-Datei Lücken. Lösung: Prüfen Sie vor dem Export, ob alle abrechnungsrelevanten Felder ausgefüllt sind.
- Veraltetes PAD-Format: Ältere Praxissoftware-Versionen exportieren möglicherweise ein veraltetes PAD-Format, das nicht alle benötigten Felder enthält. Lösung: Aktualisieren Sie Ihre Praxissoftware oder wechseln Sie auf PADneXt.
- Zeichensatz-Probleme: Sonderzeichen (Umlaute, Sonderzeichen in Namen) werden gelegentlich nicht korrekt übertragen. Lösung: Stellen Sie sicher, dass Ihre Software den Export in UTF-8-Codierung unterstützt.
- Doppelte Exporte: Werden Daten versehentlich mehrfach exportiert, können Duplikate entstehen. GOÄ-Direkt erkennt doppelte Datensätze automatisch und warnt Sie vor der Rechnungserstellung.
Fazit: PAD-Export als Brücke zur effizienten Abrechnung
Das PAD- und PADneXt-Format bildet die Brücke zwischen Ihrer Praxissoftware und einer effizienten privatärztlichen Abrechnung. Statt Daten manuell zu übertragen oder Rechnungen von Hand zu erstellen, exportieren Sie Ihre Abrechnungsdaten per Mausklick und lassen die Weiterverarbeitung von einer spezialisierten Lösung übernehmen.
GOÄ-Direkt macht diesen Prozess besonders einfach: PAD-Datei hochladen, automatisch prüfen lassen, Rechnung versenden — fertig. Dabei werden alle gängigen Praxissoftware-Systeme unterstützt, unabhängig davon, ob Sie das klassische PAD- oder das modernere PADneXt-Format nutzen. So wird die PAD-Abrechnung zum unkomplizierten Teil Ihres Praxisalltags. Bei Fragen zur GOÄ-Abrechnung steht Ihnen außerdem ChatGOÄ, unser KI-Assistent, jederzeit zur Verfügung.
Über den Autor
GOÄ-Direkt Team
Fachredaktion für privatärztliche Abrechnung bei GOÄ-Direkt. Wir unterstützen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte mit praxisnahem Wissen rund um die GOÄ.